Im September 2014 meldeten die Inhaber der Kaiser-Brauerei wegen deutlichen Umsatzrückgangs Insolvenz an. Das Insolvenzverfahren wurde am 01. Dezember eröffnet.

Hier können Sie sich über die aktuelle Situation informieren.

 

Was bedeutet das?

Wenn ein Unternehmen nicht mehr in der Lage ist, fällige Verbindlichkeiten zu begleichen oder es absehbar ist, dass es in Zukunft dazu nicht mehr in der Lage ist, so spricht man von einer (drohenden) Zahlungsunfähigkeit. Die Geschäftsführung eines Unternehmens ist dann verpflichtet Insolvenzantrag zu stellen.

 

Das Insolvenzverfahren dient dem Schutz der Gläubiger vor weiteren Vermögensverschlechterungen. Das Gericht setzt zur Sicherung des Vermögens einen unabhängigen Insolvenzverwalter ein, dessen Aufgabe es ist, das Vermögen treuhänderisch und bestmöglich zu verwalten und eine maximale Befriedigung der Gläubiger herbei zu führen. Er übernimmt dabei die Leitung und die Verantwortung über das schuldnerische Unternehmen. Dabei wird der Insolvenzverwalter vom Gericht sowie dem Gläubigerausschuss überwacht. Oberster Grundsatz im Insolvenzverfahren ist dabei die Gleichbehandlung aller Gläubiger. Aus diesem Grund sind Zwangsvollstreckungen einzelner Gläubiger in das Vermögen des schuldnerischen Unternehmens nicht möglich. Dies ist einzig die Aufgabe des Insolvenzverwalters zu Gunsten aller Gläubiger. Daher spricht man von einem Gesamtvollstreckungsverfahren.

 

Die bestmögliche Alternative den Wert eines Unternehmens zu erhalten und später eine maximal Rückzahlung an die Gläubiger zu erzielen, kann – wie vorliegend der Fall – auch die Fortführung des Unternehmens mit dem Ziel einer gerichtlichen Schuldenbereinigung (Insolvenzplan) oder eines späteren Verkaufs sein. Um die Fortführung zu ermöglichen und die Lieferanten bei einer Fortführung im Insolvenzverfahren vor weiteren Ausfällen zu schützen, sind die Forderungen der Lieferanten, die im Rahmen der Fortführung an das Unternehmen mit der Zustimmung des Insolvenzverwalters liefern, privilegiert (sog. Masseverbindlichkeiten) und vorrangig aus dem Treuhandvermögen zu bezahlen.

 

Durch die letzten beiden durchwachsenen Sommer, hatte die Kaiser-Brauerei starke Umsatzeinbußen zu verzeichnen, wodurch sich die Brüder Hans-Friedrich und Ulrich Kumpf gezwungen sahen, für die Kaiser-Brauerei Insolvenz anzumelden. Als Insolvenzverwalter wurde der Ulmer Wirtschaftsjurist Tobias Sorg bestimmt. Das durch den Insolvenzverwalter erstellte Gutachten kam zu dem Ergebnis, dass dem Unternehmen eine positive Fortführungsprognose bescheinigt werden kann und die Fortführung die beste Alternative für die Gläubiger darstellt. Das Team der SORG-Insolvenzverwaltung und die Familie Kumpf arbeiten dabei eng zusammen und wollen die Brauerei nachhaltig stabil am Markt etablieren.

 

 

Wie ist der aktuelle Stand?

Der Insolvenzverwalter Tobias Sorg und sein Team haben bereits letztes Jahr ein Restrukturierungskonzept erstellt, das sie gemeinsam mit den Brüdern Kumpf in Angriff genommen haben. Beispielsweise wurden eine homogene Kunden- und Preisstruktur und ein neues Marketing- und Kommunikationskonzept umgesetzt. Des Weiteren wurde die Effizienz im Unternehmen gesteigert, das Logistikkonzept überarbeitet, die Kernmarke gestärkt und ein noch größeres Augenmerk auf Qualität gelegt. Die Umsätze der Brauerei konnten dadurch nicht nur stabil gehalten werden, sondern weisen sogar einen positiven Trend auf.

 

Die weitere Fortführung und Sanierung des Unternehmens durch den Insolvenzverwalter wurde von den Gläubigern am 25.02.2015 einstimmig beschlossen. Nun wird, neben der Umsetzung weiterer Maßnahmen zur Sanierung, ein Investor gesucht, der das Unternehmen finanziell unterstützt.

 

Unser Ziel ist es, Sie noch viele Jahre mit unserem g‘scheiten Bier und dessen ausgezeichneter Qualität zu begeistern und dabei selbstverständlich die Tradition der Brauerei weiterhin mit Hingabe zu pflegen.

 

Die Pressemitteilungen zum Insolvenzverfahren der Kaiser-Brauerei finden Sie hier

 

Was ist, wenn ich Forderungen gegenüber der Kaiser-Brauerei habe?

Hier ist zu unterscheiden, ob die Forderung aus der Zeit vor oder nach dem 05.09.2014 stammt.

 

Vor dem 05.09.2014: In diesem Fall handelt es sich um eine Insolvenzforderung gem. § 38 InsO, die beim Insolvenzverwalter zur Insolvenztabelle angemeldet werden kann. Entsprechend dem Eröffnungsbeschluss vom 01.12.2015 waren Forderungen bis 03.02.2015 anzumelden. Diese können allerdings gemäß § 177 Abs. 1 Satz 2 InsO noch nachträglich angemeldet werden. Jedoch ordnet das Gericht auf Kosten des säumigen Gläubigers einen neuen Prüfungstermin an. Die verspätet eingegangenen Forderungsanmeldungen werden zunächst gesammelt, um zu dem noch anzusetzenden Termin geprüft zu werden. Hierfür fällt eine Gebühr von € 20,00 an, welche von der Gerichtskasse gesondert erhoben wird. Ein Merkblatt zur Forderungsanmeldung und das Formular finden Sie hier

 

Nach dem 05.09.2014: Wenn die Bestellung in Abstimmung mit dem Insolvenzverwalter ausgelöst wurde, d.h. wenn diesbezüglich eine Freigabe in Form eines Stempels des Verwalters nebst Unterschrift oder eine Freigabe in anderer schriftlicher Form der Insolvenzverwaltung vorliegt, wird die daraus resultierende Rechnung aus dem Treuhandvermögen bezahlt.

 

Was passiert, wenn jetzt eine Bestellung der Kaiser-Brauerei bei mir eingeht?

Wichtig ist, dass die Bestellung einen Stempel der Insolvenzverwaltung nebst Unterschrift aufweist. Ersatzweise kann auch eine Zustimmung per E-Mail oder eine Zahlungszusage mit gesondertem Schreiben erfolgen. Im Rahmen der vollumfänglichen Fortführung der Kaiser-Brauerei wurde ein Treuhandvermögen gebildet, das der Insolvenzverwalter Tobias Sorg verwaltet. Dadurch können die durch den Insolvenzverwalter freigegebenen Lieferungen und Leistungen während der Fortführung ordnungsgemäß innerhalb von wöchentlichen Zahlläufen bezahlt werden.

 

Wir freuen uns, wenn Sie die Geschäftsbeziehungen mit uns fortsetzen!

 

Unterstützung

Die Familie Kumpf und die Mitarbeiter der Brauerei erhielten in den vergangenen Monaten sehr viel Unterstützung: seit Bekanntwerden der Insolvenzanmeldung gab es eine wahre Solidaritätswelle. Viele Menschen haben dem Unternehmen ihre Hilfe angeboten, Aktionen organisiert oder sich in irgendeiner Form für die Brauerei engagiert. Und natürlich sind es die Kunden, die es mit ihrem Griff zu den grünen Kisten geschafft haben, der Brauerei wieder neuen Aufschwung zu geben. All das hat maßgeblich zum bisherigen Erfolg des Sanierungskurses beigetragen und ist auch weiterhin außerordentlich wichtig, um die traditionsreiche Brauerei zu erhalten.

 

Für die zahlreichen Bemühungen, die treuen Kunden und alle, die uns in dieser schwierigen Zeit beistehen und unterstützen, sprechen wir – die Familie Kumpf – und unsere rund 40 Mitarbeiter unseren allerherzlichsten Dank aus!